Das Schumacher Quartier wird Realität. Nach Jahren der Planung und Diskussionen hat Berlin grünes Licht für eines der ambitioniertesten Wohnbauprojekte der Stadt gegeben. Auf dem ehemaligen Tegel-Gelände sollen künftig mehr als zehntausend Menschen leben – in einem Stadtquartier, das radikal anders funktionieren soll als die meisten Berliner Kieze.
Der Baustart markiert einen Wendepunkt für das riesige Areal im Nordwesten der Stadt. Jahrzehntelang prägte der Flughafen das Gebiet, dann stand es jahrelang leer. Jetzt verwandelt sich die Brache in grüne Flächen, neue Wohnhäuser, Schulen und Kindertagesstätten. Planer haben versucht, das Quartier nachhaltig zu gestalten – nicht nur auf dem Papier, sondern mit konkreten Maßnahmen wie einem autoarmen Verkehrskonzept und großzügigen Parks.
Was dieses Projekt besonders macht? Das Konzept zielt darauf ab, dass Autos dort nicht das Stadtbild dominieren. Stattdessen sollen Fahrradwege, öffentliche Verkehrsmittel und zu Fuß erreichbare Geschäfte den Alltag prägen. Für Berlin, wo der Autoverkehr vielerorts das Straßenbild bestimmt, wäre das tatsächlich ein Experiment. Die genaue Umsetzung wird zeigen, ob die ehrgeizigen Pläne am Ende auch in der Realität funktionieren.
Schulen und Kitas sind bereits in der Planung – notwendig, wenn so viele Familien in kurzer Zeit einziehen. Die ersten Bewohner werden allerdings noch eine Weile warten müssen. Großprojekte wie dieses entstehen nicht über Nacht. Die ersten Häuser dürften frühestens in zwei bis drei Jahren fertig werden, danach folgen die nächsten Phasen des Aufbaus.
Für die Stadt ist das Schumacher Quartier mehr als nur ein neues Wohngebiet. Es geht um die Frage, wie Berlin wachsen kann, ohne dabei den Charakter zu verlieren, der die Stadt ausmacht. Ob das Experiment gelingt, werden die kommenden Jahre zeigen.