Die Glühbirne ist ein Produkt der Verschwendung geworden. Jahr für Jahr landen Millionen von Leuchtmitteln im Müll, weil sie kaputt gehen und niemand sie repariert. Ein Schweizer Unternehmen namens iiode will genau das ändern – mit einer Birne, die sich komplett zerlegen lässt.
Wer sich die iiode-Birne genauer anschaut, merkt schnell: Das ist keine normale LED-Leuchte. Jedes einzelne Teil kann herausgenommen werden. Das Glas, die elektronischen Komponenten, selbst die winzigen Lötstellen sind so konstruiert, dass Laien die Birne mit einfachen Werkzeugen auseinandernehmen können. Das klingt banal, ist aber revolutionär in einer Branche, die seit Jahrzehnten auf Einwegprodukte setzt.
Der Markt für Leuchtmittel wird von einer Handvoll großer Hersteller dominiert. Fast alle Produktion findet in China statt, die Preise sind im Keller, und die Gewinnmargen sind nur durch extreme Skalierung möglich. Reparatur passt nicht ins Geschäftsmodell. Die meisten Verbraucher werfen ihre alten Birnen weg und kaufen neue – weil es billiger ist als eine Reparatur. Die Rohstoffe gehen verloren, die Umwelt bezahlt die Zeche.
iiode verfolgt einen anderen Weg. Die Gründer wollen zeigen, dass man Leuchtmittel so bauen kann, dass sie lange halten und sich reparieren lassen. Wer eine Komponente austauschen muss, kann sie einzeln bestellen statt die ganze Birne zu ersetzen. Das kostet den Hersteller mehr im Produktionsaufwand, spart aber Rohstoffe und Müll ein. Ob das wirtschaftlich funktioniert, bleibt abzuwarten. Andere Branchen haben gezeigt, dass Nachhaltigkeit sich lohnen kann – aber nur, wenn genug Kunden bereit sind, dafür zu zahlen.
Noch ist iiode ein winziger Player. Die Konkurrenz schläft nicht. Große Hersteller arbeiten längst an LED-Technologien, die länger halten sollen. Ob aus Überzeugung oder nur aus regulatorischem Druck, ist eine andere Frage. Die EU hat längst angefangen, Regeln für langlebigere und reparierbare Produkte zu schreiben. Das könnte Unternehmen wie iiode in die Karten spielen – oder einfach nur dazu führen, dass auch die Großen ihre Designs anpassen, ohne die Reparierbarkeit wirklich ernst zu nehmen.
Die Frage ist letztlich diese: Kann ein kleines Startup die Mentalität einer ganzen Branche ändern, oder bleibt es ein Nischenprodukt für idealistisch veranlagte Konsumenten?