Die Frankfurter Verkehrs-Gesellschaft (MVG) sitzt in der Klemme. Ganze 52 Stadtbusse fehlen derzeit im Fuhrpark, weil der Hersteller die vertraglich zugesagten Fahrzeuge nicht liefert. Ein klassisches Logistik-Drama, das sich längst in den Alltag der Pendler übersetzt hat: volle Busse, längere Wartezeiten, gereizte Fahrgäste an den Haltestellen.
Um den Betrieb irgendwie aufrechtzuerhalten, muss die städtische Busgesellschaft nun tief in die Tasche greifen und Subunternehmer beauftragen. Das kostet Geld – viel Geld. Doch ohne diese Notfalllösung würde das Netz noch weiter zusammenbrechen. Der Chef der MVG deutete gegenüber Medienvertretern an, dass man zwar mit dem Hersteller im Gespräch sei, aber keine schnelle Abhilfe in Sicht ist. Die Lieferketten sind einfach zum Verzweifeln.
Dabei ist Frankfurts Problem kein lokales Phänomen. Andere Großstädte kämpfen mit ähnlichen Schwierigkeiten. Hamburg, Berlin, Köln – überall dasselbe Bild. Busse, die nicht kommen, Fahrer, die überstunden schieben, Verwaltungen, die improvisieren müssen, obwohl sie vorab alles geplant hatten. Ein Hersteller erklärt zu Verzögerungen mit Rohstoffmangel und Produktionsproblemen. Die Ausrede ist überall gleich.
Für Frankfurts Fahrgäste bedeutet das: Sie müssen sich auf weniger Kapazität einstellen. Rush Hour wird zur echten Herausforderung, und wer morgens in den Bus steigen möchte, sollte lieber fünf Minuten früher losfahren. Besonders Pendler, die ohnehin schon täglich Geduld aufbringen müssen, erleben diese Phase als frustrierend. Ein älterer Fahrgast erzählte unlängst von einer Situation, in der drei Busse hintereinander vollgestopft vorbeifuhren und keiner mehr anhalten konnte.
Wann sich die Situation wirklich entspannt, bleibt offen. Der Hersteller hat bislang keine konkreten Lieferdaten genannt. Die Stadt hofft auf eine Lösung bis zum Sommer, doch auch diese Prognose gilt mit Vorsicht. Inzwischen rechnet die MVG damit, dass die teuren Subunternehmer noch Monate lang notwendig sein werden. Ein Vierer-Gespann rund um Verkehrsplanung, Budgetierung und Krisenmanagement steht derzeit unter Dauerstrom. Ob die Fahrgastzahlen unter dieser Belastung leiden werden, lässt sich noch nicht verlässlich sagen.