An Europas Börsen herrschte am Dienstag Aufbruchstimmung. Die Märkte schlossen auf Rekordhöhen, angetrieben von überraschend guten Nachrichten vom US-Arbeitsmarkt. Anleger, die in den vergangenen Wochen nervös waren, entspannten sich sichtlich – zumindest an den Kurszetteln.
Besonders bemerkenswert war die Entwicklung bei Thyssenkrupp. Die Aktionäre des Stahlkonzerns gaben grünes Licht für die geplante Abspaltung der Aufzugsparte. Ein Votum, das lange Zeit fragwürdig schien, kam aber letztlich deutlich aus. Was sich zunächst wie ein technischer Beschluss anfühlt, könnte der Konzerngeschichte einen neuen Dreh geben: Das Management erhofft sich von der Trennung mehr Flexibilität und ein höheres Bewertungsniveau auf dem Kapitalmarkt.
Weniger erfreulich lief es für Volkswagen. Die Eigentümerholding des Wolfsburger Autobauers musste einen Verlust von zwei Milliarden Euro für das zurückliegende Jahr eingestehen. Die Zahlen spiegeln wider, wie massiv die Transformationskrise die Branche trifft. Während VW mit Überkapazitäten und sinkenden Margen kämpft, drängt die Konkurrenz aus China immer aggressiver auf den Markt.
Ein anderes Bild zeigte sich dagegen bei der Generali-Gruppe. Deutschlands Versicherer legten kräftig zu und profitierten von der allgemeinen Marktstimmung. Die italienische Muttergesellschaft hatte zuletzt mit positiven Quartalszahlen überzeugt, und diese Dynamik strahlte auch auf die hiesigen Operationen ab.
Die Börsengewinne entstanden vor allem deshalb, weil Signale vom US-Arbeitsmarkt Spekulationen über weniger aggressive Zinserhöhungen in den kommenden Monaten schürten. Weniger Druck von der Zentralbank bedeutet für viele Unternehmen bessere Finanzierungsbedingungen. Analysten warnen allerdings davor, sich zu früh in Sicherheit zu wiegen – die globale Konjunkturlage bleibt fragil, und unerwartete Schocks könnten schnell wieder Nervosität auslösen.
Für diese Woche dürften vor allem weitere Wirtschaftsdaten aus den USA und der Eurozone im Fokus stehen. Sie könnten zeigen, ob die derzeitige Euphorie auf solidem Grund gebaut ist oder sich eher als Strohfeuer entpuppt.