Spaziergänger in Berlin blinzeln in die Sonne, während in München Jacken im Schrank bleiben. Viele fragen sich: Passt das zu dieser Jahreszeit? Der Deutsche Wetterdienst (DWD) liefert klare Vergleichswerte. Die sogenannte Klimanormalperiode von 1991 bis 2020 gilt als Maßstab. Dort misst man für April in vielen Regionen Durchschnittswerte um die 10 bis 13 Grad Celsius. Aktuell schweben die Thermometer öfter darüber – mal 15 Grad in Hamburg, mal 18 in Freiburg. Ist das Zufall oder Trend?
Schauen wir genauer hin. Meteorologen vergleichen Tag für Tag mit historischen Daten. Nehmen wir Köln: Normalerweise kühlt es nachts auf acht Grad ab. Letzte Woche blieben es zwölf. Solche Abweichungen häufen sich. Der DWD berichtet, dass die Jahresmitteltemperatur in Deutschland seit 1881 um rund 1,6 Grad Celsius gestiegen ist. Das spürt man besonders im Frühling, wo Pollenwolken die Luft schwer machen und Allergiker niesen, als gäb’s kein Morgen.
Klimawandel treibt das Ganze an. Forscher vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung erklären: Mehr Treibhausgase aus Verbrennungsmotoren und Industrie fangen Wärme ein. Ergebnis? Weniger Frosttage, längere Trockenperioden. Denken Sie an 2018 zurück – der Sommer, in dem Flüsse wie der Rhein zu Rinnsalen schrumpften und Bauern Heu importieren mussten. Heute wiederholt sich das Muster früher. Regen fällt seltener, aber heftiger, was Überschwemmungen begünstigt.
Regionale Unterschiede prägen das Bild. Im Norden peitscht der Wind aus der Ostsee salzig übers Land, während der Süden von föhnigen Winden profitiert, die Schneeberge in der Alpenvorland schmelzen lassen. Der DWD-App zeigt das präzise: Rote Karten für Wärmeinseln in Städten, blau für kühle Ecken im Osten. Bürger nutzen das, um Grillpläne anzupassen oder Radtouren zu starten. Doch Experten warnen: Solche Schwankungen stressen Ökosysteme. Bienen fliegen zu früh aus, Bäume treiben Knospen vor.
Was tun? Der DWD rät, auf offizielle Prognosen zu setzen, statt auf Bauchgefühl. Apps wie wetter.com oder die DWD-Seite bieten Vergleiche in Echtzeit. Klimaschützer fordern mehr: Weniger CO2, mehr Bäume. Letztes Jahr maß der DWD den wärmsten April seit Beginn der Aufzeichnungen mit 11,3 Grad im Mittel. Wie wird’s diesen Monat? Die Daten sprechen Bäume.