In Potsdam hat eine Spendenaktion zur Unterstützung von Erstklässlern aus einkommensschwachen Familien Gestalt angenommen. Die ersten Schulranzen wurden bereits überreicht – bunte Rucksäcke, die für manche Kinder den Unterschied zwischen einem normalen Schulstart und einem beschämenden Ankommen ohne die nötigste Ausrüstung bedeuten.
Dahinter steckt ein einfaches, aber wirksames Prinzip: Familien, die unter der Armutsgrenze leben oder zumindest akut von Armut bedroht sind, erhalten durch Spenden konkrete Hilfe bei der Einschulung. Wer ein Kind hat und kaum über die Runden kommt, weiß: Ein ordentlicher Ranzen kostet schnell 50, 60 oder mehr Euro. Dazu kommen Hefte, Stifte, Radiergummis, Turnschuhe. Für manche Eltern sind das Beträge, die sie schlicht nicht aufbringen können.
Die Organisatoren suchen noch immer nach Sachspenden. Gebraucht werden Schulranzen – gerne auch gebrauchte, wenn sie noch in gutem Zustand sind – sowie Schulmaterialien aller Art. Bleistifte, Mäppchen, Lineal, Geodreieck: Jedes Teil hilft. Was für privilegierte Haushalte eine lästige Checkliste vor den Ferien ist, kann für andere Familien zur echten Hürde werden.
Die Initiative zeigt, wie groß die Kluft in einer wohlhabenden Stadt wie Potsdam zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen tatsächlich ist. Während die einen überlegen, welcher Designer-Ranzen es sein soll, machen sich andere Gedanken, ob das Kind überhaupt einen bekommen wird. Diese Spendenaktion überbrückt diese Lücke – zumindest für einige Kinder.
Wer spenden möchte, kann sich direkt mit den Organisatoren in Verbindung setzen. Die Aktion läuft weiterhin, denn die Einschulungen stehen unmittelbar bevor. Zeit zum Handeln bleibt also nicht mehr viel, und jede einzelne Spende findet schnell ihren Weg zu einem Kind, das sie braucht.