Das Volksbad vor der Volksbühne ist das Ticket-Wunder der Stunde. Innerhalb weniger Stunden waren die Plätze vergriffen – ein Erfolg, der selbst die Macher überrascht hat. Am Tag nach der Eröffnung herrschte dort eine merkwürdige Mischung aus Freizeitpark und künstlerischem Experiment, bei dem Menschen in bunten Badehosen zwischen Kunstinstallationen planschten und sich wie in einem surrealen Biotop fühlten.
Besucher beschrieben ihre Erfahrung mit poetischen Bildern. „Ich fühle mich etwas wie im Pinguinbecken“, sagte eine junge Frau, nachdem sie aus dem Wasser gestiegen war – gemeint war nicht unbedingt die Wassertemperatur, sondern eher die eigenartige Atmosphäre zwischen Betonkulisse und urbaner Idylle. Der Andrang war beachtlich. Familien mit Kindern drängten sich neben Paaren und Einzelnen, die das Spektakel aus verschiedensten Gründen anzog: manche wegen der Hitze, andere wegen der Neugikeit, wieder andere schlicht, weil man in Berlin überall dabei sein will, wo gerade gehyped wird.
Das Pop-up-Bad ist mehr als nur eine Abkühlung an heißen Tagen. Die Macher haben das Gelände mit künstlerischen Elementen ausgestattet, die das klassische Badeerlebnis durchbrechen. Wer erwartet hatte, sich einfach in ein sauberes Becken zu legen und zu entspannen, wurde eines Besseren belehrt. Stattdessen navigierte man durch ein Areal, das sich anfühlte wie eine Mischung aus Kunstausstellung und spontanem Nachbarschaftsfest.
Die Vergabe der Tickets war streng limitiert und zeitgesteuert. Online-Reservierungen waren notwendig geworden, nachdem die erste Welle der Nachfrage alle Pläne sprengte. Für viele Berliner ist das Bad zur Unmöglichkeit geworden – die nächsten freien Plätze sind bereits wieder ausgebucht. Manche versuchen es über Resale-Plattformen, zahlen das Doppelte oder Dreifache des regulären Preises. Ob sich das rentiert, ist eine andere Frage.
Betreiber und Bezirk spielen gerade ein interessantes Spiel: Wie lange kann ein Pop-up-Bad auf dieser Hype-Welle surfen, bevor es entweder legendär wird oder abgenutzt? Das Volksbad wird es vorerst zeigen. Die Ticketkasse jedenfalls brummt.