Kaum geöffnet, schon ausgebucht. Das Pop-up-Schwimmbad direkt vor der Volksbühne in Berlin Mitte lockt Tausende. Badegäste schnappen sich die Tickets binnen Stunden. Wer Glück hat, taucht ein in kühle Wellen inmitten der Stadt. Ich war am Tag nach der Eröffnung dabei – und spürte sofort: Das ist mehr als nur Planschen.
Stell dir vor, du stehst in der Rosa-Luxemburg-Straße, die Hitze klebt an der Haut wie Sirup. Plötzlich öffnet sich ein blaues Becken aus Containern, umgeben von Liegen und Palmen. Kinder quietschen vor Freude, Erwachsene lehnen sich zurück, ein Bier in der Hand. Der Chlorgeruch mischt sich mit dem Duft von Streetfood-Wagen in der Nähe. Organisatoren haben aus alten Schifffahrtscontainern ein 25-Meter-Becken gezaubert. Perfekt für die Berliner Hitzewelle.
Badegäste strahlen. Eine junge Frau aus Neukölln, tropfnass und lachend, sagt: „Ich fühle mich etwas wie im Pinguinbecken.“ Sie meint das kleine Becken im Zoo, wo Tiere im Sommer abkühlen. Drängen, Spritzen, pure Fröhde – genau so. Neben ihr plantscht ein Pärchen aus Prenzlauer Berg. Der Mann grinst: Er hat stundenlang online gekämpft, um Karten zu ergattern. Viele erzählen Ähnliches. Apps crashen, Warteschlangen wachsen. Doch wer drin ist, vergisst alles.
Warum der Hype? Berlin brodelt bei über 30 Grad. Normale Bäder quellen über, Sprudelbecken locken nicht mehr. Hier pulsiert Leben. DJs legen auf, Foodtrucks servieren Currywurst mit extra Chillifaktor. Familien kommen, Influencer posen, Alte erinnern sich an vergessene Ostsee-Sommer. Ein Vater mit zwei Kids meint: „Endlich mal Abkühlung ohne Gedränge in der S-Bahn danach.“ Die Stimmung? Festiv. Wie ein Open-Air-Konzert, nur nass.
Die Verantwortlichen freuen sich. Sie planten ein temporäres Idyll für den Sommer. Nach der Eröffnung posten Besucher Fotos: Selfies aus dem Wasser, Gruppenumarmungen am Rand. Kritiker nörgeln übers Gedränge, doch die meisten jubeln. Bald neue Ticketphasen? Die Website verspricht bald mehr Termine. Bis dahin beneiden die draußen Stehenden die Glücklichen drin.
Am Beckenrand hängt ein Schild: ‚Nur für heute – oder länger?‘ Niemand weiß es genau. Aber eines steht fest: 500 Badegäste am Eröffnungstag, alle mit einem breiten Grinsen.