Die Hoffnung auf eine grünere Busflotte in Potsdam ist vorerst zu Grabe getragen. Der Potsdamer Verkehrsbetrieb hat seinen Vertrag mit dem niederländischen Hersteller Ebusco gekündigt – nach Jahren des Wartens auf 23 bestellte Elektrobusse, die niemals ankamen.
Was als ehrgeiziges Modernisierungsprojekt begann, endete in einem klassischen Desaster. Das Unternehmen hatte die Fahrzeuge längst nicht geliefert, obwohl bereits Zahlungen geleistet worden waren. Stattdessen versetzte Ebusco die Potsdamer immer wieder auf die Warteliste. Die Geduld im Rathaus war schließlich aufgebraucht. Ein Verkehrsbetrieb, der sich auf Versprechungen und vagen Zusagen verlässt, ist am Ende selbst das Opfer – und die Fahrgäste erst recht.
Die Geschichte offenbart ein grundsätzliches Problem bei der Umstellung auf Elektromobilität im öffentlichen Nahverkehr: Die Nachfrage weit übersteigt das Angebot, Lieferketten brechen zusammen, und Hersteller jonglieren mit Aufträgen wie billige Spielzeuge. Ebusco selbst geriet in finanzielle Schwierigkeiten und musste sich neu organisieren – doch die Potsdamer Busse wurden dabei einfach vergessen.
Für Potsdam bedeutet das konkret: Weiterhin fahren ältere, weniger umweltfreundliche Busse durch die Brandenburger Landeshauptstadt. Die Stadt, die sich selbst als klimabewusst inszeniert, muss sich eingestehen, dass ihre grünen Ambitionen an der harten Realität von Lieferketten und Unternehmenspleiten scheitern. Die Frage, wer die finanziellen Verluste aus dem Ebusco-Debakel trägt, ist noch längst nicht geklärt.
Immerhin gibt es einen schwachen Silberstreif am Horizont: Der Verkehrsbetrieb sucht jetzt nach Alternativen. Andere Hersteller könnten in die Bresche springen – sollten sich denn Mittel und Wege finden lassen, um neue Bestellungen zu finanzieren. Doch das Vertrauen in große Lieferversprechungen dürfte in Potsdam vorerst angeknackst sein.